Regionalität

Was es so alles vor der Haustür gibt! Senfsaat, Zucker, Salz, Honig, Kräuter...Unsere Region hat mehr zu bieten, als so mancher denkt. Schön für uns, wenn die Lieferanten so nah sind und man sich persönlich kennt.

Rainer Koch

Senf macht dumm?
Mein Großonkel Edmund konnte nicht nur wunderbar auf seinem scharfen Taschenmesser pfeifen sondern ist mir auch als Feinschmecker in Erinnerung. Als Prokurist der vor Jahrzehnten bedeutensten Wurstfabrik Hannovers hat er mich schon während meiner Kindertage in den 50er Jahren an das beliebteste längliche deutsche Grillgut und den unbedingt dazugehörenden Senf herangeführt. Eine typische Begegnung in dieser Kombination. Die oft gehörte Aussage „Senf macht dumm“ hat Onkel Edmund klugerweise stets unter Hinweis auf cyanogene Senföle, die in Senf überhaupt nicht vorhanden sind, verworfen. Diese blausäurebildenden giftigen Substanzen schädigen  im Übermaß genossen  das Gehirn. Sie haben aber mit unserer Senfpflanze nichts gemein.

Senf ist gesund!
Die tatsächlich im Senf vorhandenen Öle haben eine positiv stimulierende Eigenschaft und fördern durch Anregung von Magensaftproduktion und Speichelfluß die Verdauung. Deshalb muss Senf mindestens stets zu fetten Speisen gegessen werden.

Ein gut komponierter Senf streichelt die Mahlzeit:
Im Laufe meines Lebens habe ich das Geschmacksspektrum der in Deutschland heimisch gewordenen Feldfrucht bei Begegnungen unterschiedlichster Anlässe kennengelernt. Die daraus entstandene Zuneigung führte zu dem andauernden Prozess, Senf durch vielfältige Zutaten zu variieren, Rezepturen zu kreieren und damit das Geschmackerlebnis Senf zu einem vielschichtigen Träger meines Speiseplanes zu entwickeln. Senf auf Fleisch und in Fisch, in Kartoffelpüree ebenso wie im Salat der „Erdäpfel“. Senf verarbeitet zu Dip, Marinade, Dressing und Salatsauce ebenso wie seine Präsentation mit Zutaten wie Honig, Feigen, Kräutern, Bier oder Chilli. Diese Produkte dann zu Käse, kaltem Fleisch, Fisch oder einfach nur frisch gebackenem Brot zelebriert, rücken die Möglichkeiten des Senfkornes in das Zentrum der Empfindungen des Genießers.

Nichts ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist:
Diese Feststellung von Victor Hugo trifft auf den Tag zu, an dem sich die Wege dreier Menschen kreuzten und sich damit drei Senfliebhaber begegneten. Keine neue Idee entstand, sogar eine mit Tradition in Einbeck, aber jetzt und hier der Wille und die Möglichkeiten sie erneut aufzugreifen und zu einer Erfolgsgeschichte zu entwickeln. Bock-Wurst-Bier-Senf. Kombinationen lassen sich viele finden. Die Mühle steht bereit. Alte Traditionen gekoppelt mit ökologischen Ansprüchen werden zu Produkten, die Jung und Alt zu abrundendem Genuss aus der Region verhelfen sollen.